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Geschichte

7.500 Jahre Geschichte

Bis zur Jungsteinzeit lebten die Menschen hauptsächlich in Höhlen. Da die Gegend um Randau eine Fluss- und Auenlandschaft ist, konnten hier erst in der Jungsteinzeit Menschen sesshaft werden.

Davon kündet der Nachbau eines Langhaus aus der 7.500 Jahre alten Linienbandkultur. Die Tatsache, dass die Menschen schon zu Beginn der Jungsteinzeit derartige Häuser von 30 bis 40 Metern Länge bauen konnten, beweist, dass ihre handwerklichen Fähigkeiten sehr hoch entwickelt waren.

4.500 Jahre ruhten die Reste eines jungsteinzeitlichen Pfostenhauses aus der Schönfelder Kultur in der Randauer Erde. Sie waren in der Talsanddüne am ursprünglichen Ufer der (alten) Elbe in einem Meter Tiefe verborgen.

Steinzeit
Die Zeit ca. zwischen 130.000 und 2.000 v. Chr. wird Steinzeit genannt. Man unterscheidet die Altsteinzeit (Paläolithikum: vor 8.000 v. Chr.), die Mittlere Steinzeit (Mesolithikum) und die Jungsteinzeit (Neolithikum).
Die Jungsteinzeit begann in Mitteleuropa mit der Einführung von Viehhaltung und Ackerbau in der Zeit der Bandkeramik ca. 5.500 v. Chr. und endete gegen 2.100 v. Chr. mit der Verwendung von Metall, dem übergang zur Kupferzeit.

Das Wunder der Rekonstruktion

Sieben Umstände und Zufälle ermöglichten 2003 die Rekonstruktion.

  1. Vor 4.500 Jahren wurde das Haus von seinen Erbauern und Bewohnern überstürzt verlassen. Die Reste wurden vom Wind mit Sand zugeweht und konserviert.
  2. Die Talsanddüne wurde für den Ort Randau zum Mühlenberg. In den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die alte Windmühle abgerissen. Der Mühlenplatz wurde zur Sandgrube.
  3. 1940 fand man Tonscherben und Verfärbungen im Sand.
    Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger Hans Lies sperrte die Fundstelle ab. Von 1941 bis 1943 wurde der Fund gesichert, geborgen, dokumentiert und Museen übergeben.
  4. Im Krieg und in den Nachkriegsjahren wurde die gesamte Talsanddüne abgebaggert. Die leere Sandgrube wurde dann als Müllkippe benutzt. In den 60er Jahren wurde die Müllkippe saniert und aufgefüllt. Sie harrte seitdem auf eine Kultivierung.
  5. Die Idee, das Steinzeithaus zu rekonstruieren, reifte in den Köpfen. 2000 fügten sich drei Dinge zusammen:
    Die Stadt Magdeburg konnte ABM-Maßnahmen und das Arbeitsamt Fördermittel vergeben. In Randau hatte sich ein Förderverein gegründet, der die Trägerschaft übernehmen würde.
  6. 2001 bis 2004 entstand die Rekonstruktion des Steinzeithauses mit Palisadenzaun, Wassergraben und Trockengraben.
    Die Rekonstruktionen eines 1.200 Jahre alten Grubenhauses und eines prähistorischen Lehmbackofens sowie eine Hütte für Darbietungen bilden die Umrahmung. 2007 kamen ein Langhaus der Bandkeramiker und 2009 ein Mehrzweck- und Sanitärgebäude dazu.
  7. Breit war Unterstützung durch Bürger und Ortschaftsrat Randau, Randauer Bodendenkmalpfleger Wagner, örtliche Forstverwaltung, Agrar GmbH Randau, freiwillige Feuerwehr Randau, Bundeswehr, Theaterverein Randau, Anglerverein Randau, Förderverein Randau und ortsansässige Handwerker.

Die Rekonstruktionen im Steinzeitdorf Randau vermitteln, dass sich die jungsteinzeitliche Pfostenbausweise bewährt hat. Sie hat sich bis an die Schwelle des Fachwerkbaus im Mittelalter erhalten.