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Steinzeitleben

Jungsteinzeit zum Anfassen und Mitmachen

Die Besucher können im Steinzeitdorf selbst für ein paar Stunden in die Haut der Altvorderen schlüpfen. Man darf alles anfassen und ausprobieren.

Steinzeittechniken

Lernen Sie – je nach Verfügbarkeit – steinzeitliche Handarbeits- und Handwerkstechniken kennen:

  • Feuer anzünden
  • Säubern und Kämmen von Wolle
  • Spinnen mit Handspindeln
  • Weben, Arbeiten am Webrahmen
  • Küche und Garten, Kulturpflanzen
  • Steinschleifen und Bohren
  • Steinzeitliche Arbeitstechniken wie das Herstellen von Birkenteer
  • Jagdwaffenherstellung und Jagen
Feuerstelle

Zeitsprung

Eine Zeitreise macht einen Besuch im Steinzeitdorf Randau interessant. Die Besucher können das harte – jedoch auch erstaunlich moderne – Leben der Menschen in der Jungsteinzeit nachvollziehen.

Schild Rundgang
Schild Rundgang

Herkunft der Mitteleuropäer

Die Mitteleuropäer sind spätestens seit der Jungsteinzeit ein bunt gemischtes Völkchen. Eine klare genetische Abgrenzung zwischen den heutigen Einwohnern Europas ist daher unmöglich.

Zum Genpool der alteingesessenen, dunkelhäutigen und blauäugigen Wildbeutern steuerten in der frühen Jungsteinzeit braunäugige Bauern aus dem nahen Osten und am Ende der Jungsteinzeit Einwanderer aus dem euroasiatischen Norden ihr Erbgut bei. Die jetzt helle Haut der Europäer verbreitete sich erst nach der Einwanderung der frühen Ackerbauern.

Die sesshaften Bauern aßen Getreide und nur wenig Fleisch. Daher nahmen sie mit der Nahrung sehr viel weniger Vitamin D auf als zuvor. Denn Getreide ist recht arm an Vitamin D, während Fleisch viel von der wertvollen Substanz enthält. Das war vermutlich der Grund, weshalb die Ackerbauern im sonnenärmeren Mitteleuropa schließlich eine hellere Haut entwickelten, denn der Mensch bildet Vitamin D in der Haut, wenn sie der Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Hellere Haut kann dabei sehr viel mehr Vitamin D bilden als dunkle Haut. Die blonden Haare brachten die Einwanderer aus dem Nordosten in der späten Jungsteinzeit mit.

Der Vergleich alter mit modernen mitteleuropäischen DNA-Sequenzen zeigt, dass unsere Vorfahren aus drei genetisch unterschiedlichen Populationen stammen:

  • Die alten Wildbeuterkulturen des Mesolithikums (bis zu ca. 20 %). Deren ursprüngliche Vertreter – die vor rund 45 – 40.000 Jahren aus der Levante nach Europa zogen und den Neandertaler (zu ca. 2 %) verdrängten bis er vor rund 30.000 Jahren ausstarb – gingen vor rund 14.000 bis 19.000 Jahren, nach der letzten Eiszeit in nachziehenden Jägern und Sammlern aus dem Nahen und Mittleren Osten auf.
  • Die zu Beginn des Neolithikums eingewanderten Bauern (die späteren Linienbandkeramiker, ca. 33 bis 50 %; von Osten nach Westen zunehmend). Sie brachten über den Bosporus die Kenntnisse des Ackerbaus, Kulturpflanzen und domestizierte Tiere aus Anatolien mit.
  • Einwanderer aus dem Nordosten (“ Ancient North Eurasians „, ca. 33 bis 50 %; Süden nach Norden zunehmend): Die Wanderung der Yamnaya-Kultur aus der pontischen Steppe (Ostukraine & Südrussland) über zunächst Südosteuropa führte vor rund 4.700 Jahren bis nach Mitteleuropa. Ein seuchenbedingter Zusammenbruch der Ackerbauern-Population Europas vor ca. 5.400 Jahren – möglicherweise durch eine eingeschleppte Pestvariante – könnte ein rund 500-jähriges Vakuum verursacht haben, in das die Steppennomaden vordrangen. Diese Gruppe (die späteren Schnurkeramiker) initiierte wahrscheinlich auch durch eine Mutation des Laktase-Gens die starke Zurückdrängung der Laktoseintoleranz im nördlichen Europa. Sie brachte den Ursprung der Indoeuropäischen Sprachfamilie mit. Die Schnurkeramiker waren zu 75% identisch mit den Yamnaya, der Rest kam wahrscheinlich von der DNA alteingesessener Kulturen.

Die Menschen der Glockenbecher-Kultur (ca. 4.500 – 4.050 vor heute) waren bereits genetisch nicht mehr von heutigen Menschen unterscheidbar.

Zudem enthüllt die Genetik noch weiter in die Vergangenheit weisende Verwandtschaftsbeziehungen der Europäer – etwa zu Menschen der Altsteinzeit, die vor 24.000 Jahren in Sibirien gelebt haben. Diese alten Asiaten wiederum waren auch Vorfahren der Menschen, die Amerika besiedelten und dadurch asiatisch-„europäische“ Gene auf den neuen Kontinent trugen.

Videos

In Randauer Steinzeitdorf erleben Sie, wie die Menschen der späten Jungsteinzeit ihren Alltag meisterten. Im benachbarten Pömmelte erleben Sie im Ringheiligtum Pömmelte, welche Kulte und Riten gefeiert wurde.