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Grubenhaus

Grubenhaus
mittelalterliches Grubenhaus

Grubenhaus

Das rekonstruierte Grubenhaus in Randau basiert auf Funden auf dem Magdeburger Domplatz. Sie wurden nach mittelslawischer Keramikware des 8. bis 10. Jahrhunderts datiert. Die Grubenhäuser müssen vor 955 aufgelassen worden sein, da sie von Resten des Ottonischen Doms überlagert wurden.

Die Überreste von Grubenhäusern kann man an scharf begrenzten dunklen Verfärbungen im gewachsenen Boden erkennen. Sie sind eine mittelalterliche Hausform mit unterschiedlichen Funktionen, wie z. B. Wohnhaus, Winterhaus und Webhaus. Sie sind vom Grubenhaus mit Trockenmauern des Mittelalters mindestens bis in die Römerzeit, im Gebirge bis ins Neolithikum zum Pfostenbau zurückverfolgbar. Die wichtigsten Merkmale von Grubenhäuser sind:

  • Geradlinige Verfärbungsgrenzen mit rechtwinkligen Ecken,
  • nahezu senkrechte Wandungen im Profil,
  • waagerechte Grubensohle,
  • eine Feuerstelle in einer Ecke auf der Grubensohle, zumeist aus zugerichteten Feldsteinen. Wegen der Brandgefahr waren die Feuerstellen wahrscheinlich als geschlossene Öfen und nicht als offene Herde ausgeführt.
  • (Schwer erkennbare) Pfostenlöcher an den Ecken und am Grubenrand als Reste der Wandkonstruktion,
  • manchmal Steinlagen von Trockenmauern,
  • Die Tiefe der Grubenhäuser liegt zwischen 0,5 und 1,2 m. Möglicherweise waren sie in Abhängigkeit vom Grundwasserstand noch tiefer,
  • Im Gebirge wurden Grubenhäuser sogar in den anstehenden Felsen eingetieft,
  • teilweise wurden hölzerne Fussböden eingebaut.

Die Bauform war zumeist ein quadratischer Blockbau mit einer Seitenlänge von 3,0 bis 4,5 m oder ein rechteckiger Pfostenbau mit Lehmwänden mit einer Breite von 2 bis 3 m und einer Länge von 4 bis 8 m. Quadratische Blockbauhäuser sind die zwei rekonstruierten slawischen Häuser auf dem Gemeindehof im Nachbardorf Pechau.